Zypern Rundreise

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Zypern – eine gespaltene Insel
Seit 43 Jahren ist die Insel Zypern in 2 Teile gespalten. Die sogenannte „Grüne Linie“ teilt die Insel im Norden in den Türkischen Teil (KKTC) und im Süden in den griechischen Teil.
Mittlerweile dürfen beide Bevölkerungsgruppen Problemlos die Grenze durchqueren. Trotz eines mittlerweile friedlichen „Nebeneinanders“ scheiterte im Jahr 2004 der Annan-Plan zur Wiedervereinigung in einer Volksabstimmung an der Ablehnung im griechischen Teil Zyperns. Der nördliche Teil der Insel wird international nicht anerkannt und hat dadurch wirtschaftliche Nachteile. Unterstützt wird die „Türkische Republik Zypern“ von der Türkei.
Alle Inselbewohner sowie EU- Bürger dürfen mittlerweile die Grenze überqueren. Problematisch wird es mit einem Türkischen Pass. Da hilft leider auch der Reisepass überhaupt nicht, da Zypern kein Mitglied des Schengener Abkommen ist.
Kurz vor meiner geplanten Rundreise auf Zypern habe ich erfahren, dass das für mich bedeutet, dass ich evtl überhaupt nicht in den Süden reinkomme. Der einzige Weg für mich war: Mit einem EU- Bürger verheiratet zu sein und die Ehe-Urkunde dabei haben. Das habe ich selbstverständlich gemacht um mein Glück zu versuchen.

Unsere geplante Route war: Frankfurt -> Izmir/Türkei -> Nordzypern: Ercan -> Salamis -> Dipkarpaz -> Girne/Kyrenia -> Lefkosa -> Südzypern: Nicosia -> Pafos -> Limassol -> Ayia Napa -> Nordzypern: Ercan -> Istanbul -> Frankfurt

Angekommen in Ercan durften wir bereits im Hotel erfahren wie nett und gastfreundlich die Menschen dort sind. Jeder bemüht sich dir helfen zu können und die Angebote dienen Bedürfnissen anzupassen. Dadurch, dass es keine Direktflüge nach Nordzypern gibt, war der Nordern weit weg von Massentourismus. Das ist für mich die ideale Vorstellung vom Urlaub.
Dadurch, dass wir erfuhren, dass es an der Grenze zu Problemen kommen könnte, mussten wir unseren Aufenthalt in Girne kürzen.

Am Grenzübergang Lefkosa/Nicosia habe ich meine Unterlagen der Grenzpolizei gezeigt. Einer der drei Beamten wollte aber unbedingt meine Ehe-Urkunde plötzlich auf Englisch haben! Das hatte ich natürlich nicht, und ich solle es irgendwo beglaubigt übersetzen lassen. Enttäuscht haben wir uns in einem Cafe niedergelassen. Mein Mann hat im Internet angefangen nach Übersetzungsbüros zu suchen, Problem war nur, dass Samstag alles geschlossen war.
Zufällig hat mich ein zypriotischer Türke angesprochen, weil er dachte, ich sei ein Tourist aus dem Süden. Er warte auf Leute auf dem Süden hat er erklärt. Daraufhin erzählte ich ihm, dass ich nicht in den Süden gelassen werde, obwohl ich eine Eheurkunde dabei habe. Er gab uns dann den Tipp, es am anderen Checkpoint zu versuchen, dort seien sie viel freundlicher. Und recht hatte er. Durch den anderen Checkpoint wurde ich durchgelassen! Die Polizei hier war wirklich sehr freundlich.
Wir haben uns dann aufm Weg nach Nikosia gemacht um ein Auto zu vermieten (Man darf nicht mit dem im Norden vermieteten Auto nach Süden fahren (von Süden nach Norden darf man jedoch!)). Auf Nikosia haben wir in einem Cafe Namens „Raw – Taste Perfection“ nach Autovermietern nachgefragt. Die Leute waren sehr hilfsbereit und haben sofort mit mehreren Autovermietungsstellen und Hotels telefoniert um uns zu helfen. Währenddessen haben wir noch ein Frapé und ein Glas Wasser dazu für (nur!) 2€ getrunken. Und sehr lecker war es auch noch. Egal wo wir was nachgefragt haben waren die Menschen Menschen sehr nett und hilfsbereit. Eine sehr gastfreundliche Insel, sowohl der Norden, als auch der Süden.
Ich habe mich überhaupt gefragt, wie es passieren konnte, dass diese beiden Bevölkerungsgruppen sich so anfeinden konnten. Ich habe selten so freundliche Länder gesehen.

Zwischen all den politischen und bürokratischen Problemen hat aber diese Insel wunderschöne Sehenswürdigkeiten, Strände, Landschaften und Ruinen, die man bewundern kann. Ein Besuch hat sch trotz den ganzen Stresses gelohnt!

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